Glossar · Business Continuity

RPO — Recovery Point Objective

Die RPO (Recovery Point Objective) ist die Vorgabe, wie viel Datenverlust ein Prozess im Störungsfall verkraften darf, gemessen als Zeitspanne bis zum letzten brauchbaren Stand. Eine RPO von vier Stunden bedeutet: Im schlimmsten Fall fehlen die Daten der letzten vier Stunden. Sie bestimmt unmittelbar den Sicherungsrhythmus.

Aktualisiert am: 19.08.2026

Was daraus für die Sicherung folgt

Der Sicherungsabstand darf die RPO nicht überschreiten. Eine tägliche Nachtsicherung erlaubt keine RPO unter 24 Stunden — unabhängig davon, was im Konzept steht. Umgekehrt erzeugt eine sehr kurze RPO Kosten, die nur für wirklich kritische Prozesse gerechtfertigt sind.

Die stille Annahme

Dass die Sicherung lesbar ist. Ohne regelmäßigen Wiederherstellungstest ist die RPO eine Hoffnung. Die Aufrechterhaltung des Betriebs mit Backup-Management und Wiederherstellung steht in § 30 Abs. 2 Nr. 3 BSIG — gemeint ist der geprüfte Wiederanlauf, nicht der erfolgreiche Sicherungslauf.

Wo das im Mandat vorkommt

Die Abstimmung von RPO, Sicherungsverfahren und Wiederherstellungstests gehört zum Aufbau von Business Continuity Management; die Nachweise dazu führen Sie im NIS2 Manager.

Häufige Frage

Kann die RPO null sein?

Technisch ja, über synchrone Spiegelung — praktisch selten sinnvoll, weil die Kosten stark steigen und logische Fehler wie eine Verschlüsselung durch Schadsoftware mitgespiegelt werden. Für diesen Fall braucht es zusätzlich versionierte, getrennte Sicherungen.

Verwandte Begriffe

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