Disaster Recovery — DR
Disaster Recovery bezeichnet die Gesamtheit technischer und prozessualer Maßnahmen, um IT-Systeme, Anwendungen und Daten eines Unternehmens nach einem schweren Ausfall schnell wiederherzustellen. DR umfasst Sicherungsstrategien, redundante Infrastruktur, dokumentierte Wiederherstellungsproceduren und regelmäßige Tests zur Gewährleistung der Einsatzfähigkeit im Notfall und unterscheidet sich von Business Continuity durch seinen Fokus auf technische Systeme statt Geschäftsprozesse.
Aktualisiert am: 25.08.2026
Kernmaßnahmen im Disaster Recovery
- Backup-Strategie mit definierten RTO und RPO
- Redundante oder gespiegelte Systeme an geografisch entfernten Standorten
- Dokumentierte Wiederherstellungsprozeduren und Runbooks
- Regelmäßige DR-Tests und Drills
- Notfall-Kommunikationsplan und Eskalationswege
DR ist nicht dasselbe wie Backup
Backups sichern Daten, aber ein Backup allein ist kein DR. Disaster Recovery bedeutet, dass Sie die Systeme selbst schnell wieder hochfahren können — mit aktuellen Daten, getesteten Prozeduren und dokumentierter Rollen. Ein Backup ohne Wiederherstellungsplan und ohne regelmäßige Tests ist ein Sicherungskopium, aber nicht einsatzfähige Notfallbereitschaft.
Abgrenzung zu Business Continuity
Business Continuity Management betrachtet alle kritischen Geschäftsprozesse. Disaster Recovery konzentriert sich speziell auf die Wiederherstellung der IT-Infrastruktur. DR ist ein Werkzeug im BCM-Werkzeugkasten, aber nicht allein ausreichend für Betriebskontinuität.
RTO und RPO in der Praxis
RTO (Recovery Time Objective) ist die maximale Zeit, die ein System ausfallen darf. RPO (Recovery Point Objective) ist das maximale Alter der Daten, das akzeptabel ist. Diese Ziele treiben die gesamte DR-Strategie an. Ein System mit RTO von vier Stunden braucht eine andere Infrastruktur als eines mit RTO von dreißig Minuten. Ähnlich muss RPO von einer Stunde mit häufigeren Backups gestützt werden als RPO von einem Tag. Viele Unternehmen definieren RTO und RPO zu optimistisch und müssen später teuer nachrüsten.
Wo das im Mandat vorkommt
Ich helfe Unternehmen, ein funktionierendes DR-Konzept zu entwickeln und zu testen. Das bedeutet konkret: RTO und RPO festlegen, Backup- und Wiederherstellungsverfahren dokumentieren, Tests durchführen und Mitarbeiter trainieren.
Häufige Frage
Wie oft sollte man Disaster Recovery Tests durchführen?
Mindestens ein Test pro Jahr ist Standard. Für kritische Systeme empfehle ich zweimal pro Jahr oder nach größeren Veränderungen der IT-Landschaft. Wichtig: Die Tests müssen realistisch sein und vollständige Wiederherstellung von Grund auf durchspielen, nicht nur einzelne Komponenten.